20. August 2016

Sofa gegen Terrarium getauscht

VON KATHARINA MÜLLER / AZ

Dieter Graf präsentiert zahlreiche Exoten im Magnuspark. Einige Tiere lebten schon bei ihm zu Hause und sind an Menschen gewöhnt.

Bis vor kurzem saß Dieter Grafs Leguan noch bei ihm auf dem Sofa und machte den Katzen den besten Platz streitig. Jetzt präsentiert die Echse sich in einem großen Terrarium neugierigen Zoobesuchern im Magnuspark. Mit dem neueröffneten Reptilienzoo hat Graf eine Idee verwirklicht, die er seit Jahren verfolgt. Allerdings sei es nicht so einfach gewesen, mit Giftschlangen und Echsen ein Mietobjekt zu finden, sagt der Füssener. Auf dem ehemaligen Hanfwerke-Areal hat es schließlich geklappt und die Reptilien sowie Spinnen, Insekten, Mäuse und Vögel bekamen ein neues Zuhause.

So wie der Leguan, dem Graf nie einen Namengegeben hat, lebten auch viele der anderen Reptilien bei ihm zu Hause. Der Tierpfleger betreibt seit Jahren eine Auffangstation für Exoten, die unter anderem beschlagnahmt wurden.

Damit der Leguan in seinem frisch bepflanzten gläsernen Zuhause nicht so allein ist, bekommt er bald noch ein Weibchen, sagt Graf. Aber nicht alle Zoobewohner lassen sich nur durch Scheiben beobachten. Auf einem Bäumchen mitten im Raum sitzt zum Beispiel – gut getarnt – ein Chamäleon und hält Ausschau nach Beute. Wenige Meter weiter wohnt ein Großer Madagaskar-Taggecko an einem langen Rohr, das von der Decke zum Boden reicht. „Normalerweise lebt er an Palmen und braucht die Senkrechte“, sagt Graf. Mit dem Kopf nach unten sitzt der Gecko vor weißem Hintergrund, nur wenn zu viel los ist oder zum Schlafen verkriecht er sich in ein Loch an der Decke.

An Tagen, an denen wenig los ist, lässt Graf auch eine seiner Wasseragamen gerne frei im Zoo herumlaufen. Sie ist ebenfalls an Menschen gewöhnt, erzählt er. Und an den Wochenenden sitzt ein Papagei im Eingangsbereich und begrüßt die Besucher.

Auf keinen Fall frei herumkriechen dürfen jedoch die giftigen Schlangen wie die Speikobras und ihre frisch geschlüpften Babys. Zu ihnen hat auch Graf keinen direkten Kontakt. „Man muss im Umgangmit ihnen Haken und Zangen verwenden“, erzählt der Experte. Außerdem sind ihre Terrarien abgeschlossen und aus speziellem Sicherheitsglas. Weniger gefährlich sind die Pythons gegenüber, auch wenn sie bedrohlich zischen, als Graf die Terrariumscheibe zur Seite schiebt. Die größte wiegt 70 Kilogramm und hat seit dem Besuch einer Kindergartengruppe den Spitznamen dicke Berta, erzählt Graf. Er habe den Tieren nie Namen gegeben, dafür seien es einfach zu viele. In manchen Terrarien muss man erst eine Weile suchen, bis man ihre Bewohner entdeckt. Sie sind in der naturgetreuen Einrichtung gut getarnt und bewegen sich nicht viel, sagt Graf. Für Action und bunte Hingucker sorgen deshalb in einigen Schaukästen auch kleine Vögel.

Abgesehen von Echsen, Vögeln, Schlangen und Schildkröten können die Besucher auch eine Vogelspinne, exotische Insekten wie die Gespensterschrecke, Zierfische, Salamander und kleine Nagetiere beobachten. Zu jedem Zoobewohner verrät ein Schild wichtige Informationen wie das Herkunftsland, den Namen, ob er giftig ist oder nicht und ob sein Bestand gefährdet ist.

Wir auf Facebook
Facebook By Weblizar Powered By Weblizar